Über Kirchen Kunst Kultur

Geschrieben von Das Redaktionsteam am .

40 Jahre Stadt Meerbusch sind auch 40 Jahre Anstrengung, eine gemeinsame Identität zu schaffen. Im „Treff Kunst und Kirche“ entstand deshalb die Idee, auf das gemeinsame kulturelle Erbe an Hand des religiösen Lebens der ehemals selbständigen acht Ortsteile von Meerbusch hinzuweisen und den oft engen Zusammenhang zwischen Kunst und Religion aufzuzeigen.

Arno Mair-Grüneklee (Designer), Dr. Margot Klütsch (Kunsthistorikerin), Norbert Laufer (Komponist), Falk Neefken (ev. Theologe), Ludwig Petry (Historiker) und Wolfgang Stoffel (kath. Religionsphilologe) haben deshalb im Auftrag des „Treffs Kunst und Kirche“ dieses Internetportal eingerichtet und laden zur Mitarbeit ein.

 

Unsere Kultur ist maßgeblich bestimmt vom Christentum. In Architektur, bildender Kunst, Sprache und Musik sowie Festen und Bräuchen, aber auch im Bereich des Rechts sind seine kulturellen Wirkungen bis heute spürbar. Zwar ist seine Prägekraft durch Individualisierung und Säkularisierung zurückgegangen, doch haben religiöse Symbole, Riten und Feiern im Jahreskreis seit Jahrhunderten hohe soziale Integrationsfunktionen. Auch in Meerbusch zeugen Gebäude, Kirchengemeinden, Bruderschaften und Vereine davon.

Bei Krisen und Zäsuren im gesellschaftlichen Leben sowie bei Jubiläen und Einweihungen kommen religiöse Elemente zum Tragen. Kirchengemeinden und Kommunalgemeinde ergänzen sich dabei; ihre Zusammenarbeit hat in Meerbusch eine stabile Tradition.

Rituelle Inszenierung von Übergängen (Taufen, Kommunion und Konfirmation, Hochzeiten, Beerdigungen) werden heute weithin als familiäre Ereignisse verstanden, waren aber einst öffentliche Ereignisse und finden deshalb meist in Kirchen und Kapellen statt.

Die katholischen Kirchen Meerbuschs sind stadtbildprägend. Sie sind oft die ältesten Gebäude in den Meerbuscher Ortsteilen und stehen deshalb unter Denkmalschutz www.denkmalgalerie.meerbuscher-kulturkreis.de. Die protestantischen Gotteshäuser dagegen sind Beispiele für die reichhaltige evangelische Sakralarchitektur der Nachkriegszeit.

Kirchengebäude sind architektonische Kunstformen und gehören zu unserem Kulturerbe. Sie sind Räume für gottesdienstliche Feiern, stehen aber auch für künstlerische und kulturelle Aktivitäten wie Ausstellungen und Konzerte der Öffentlichkeit zur Verfügung und ergänzen so kommunale und private Räumlichkeiten. In Zeichnungen, Gemälden, Radierungen sind sie Objekte künstlerischen Schaffens. Zur sakralen Kunst in den Kirchen gehören insbesondere die Kirchenfenster www.glasmalerei-ev.net sowie die Kirchenmusik, ohne die viele Werke heute verloren gingen.

Der Kirchbau der Nachkriegszeit ist auch in Meerbusch geprägt von den Veränderungen in Liturgie und Gemeindeverständnis der Kirchen sowie vom Einfluss der Architektur der Moderne und wird mehr und mehr auch Gegenstand der Forschung und des öffentlichen Interesses.

Ein nicht wegzudenkender Teil des abendländischen kulturellen Erbes ist das Judentum. Es ist jüdisch-christliche Tradition, in der Weitergabe geschichtlicher Erfahrungen eine Schlüsselbedeutung nicht nur für das Entstehen individueller, sondern auch gemeinschaftlicher Identitäten zu sehen. In der Stadt Meerbusch wird diese Kultur des Gedenkens und damit solidarisches Erinnern mit den Opfern des Nationalsozialismus' gepflegt. Wir haben deshalb eine eigene Seite „Zeugnisse jüdischer Kultur“ eingerichtet.

Eine der auffälligsten Erscheinungen der Gegenwartskultur ist das immer noch wachsende Interesse vieler Menschen an bildender Kunst. Die Meerbuscher Kirchen öffnen sich verstärkt dem Diskurs mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern und laden diese zu Ausstellungen ein. Kunstschaffende und Kirchen tauschen sich im „Treff Kunst und Kirche" aus www.kunst-kirche.kulturserver-nrw.de.

In der religiösen Kunst nimmt Grabmalskunst eine bedeutende Stellung ein. Deshalb nehmen wir auch Friedhöfe und Gedenkstätten in unser Internetportal auf.

Neben den etablierten Kirchengemeinden (etwa 23.200 Meerbuscher sind katholischer, etwa 12.800 evangelischer Konfession) sind in Meerbusch auch andere religiöse Gruppierungen und Religionsgemeinschaften (Muslime, Hindus, Bahaii, Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche u. a. m.) aktiv. Über ihre Anzahl ist wenig bekannt, da die Stadt Meerbusch nur diejenigen erfassen kann, die in irgendeiner Art Kirchensteuern zahlen. Etwa 19.500 Menschen  sind in Meerbusch konfessionslos oder gehören zu dieser Gruppe. Diese Glaubensgemeinschaften sind allerdings zumeist in der Öffentlichkeit weniger präsent und haben, mit Ausnahme der Neuapostolischen Kirche, keine eigenen Versammlungsräume.

Auch außerhalb der kirchlichen Gebäude existiert ein reichhaltiges religiöses Leben und bestimmt unseren Alltag. Wir fassen diesen Bereich mit dem Begriff „Religiöses Leben und Brauchtum" zusammen und haben ansatzweise mit seiner inhaltlichen Füllung begonnen.  

Unser Portal ist so angelegt, dass sich möglichst viele Meerbuscher Bürgerinnen und Bürger mit Textbeiträgen und Fotos, mit Anregungen und Kritik am weiteren Aufbau und der Ausgestaltung beteiligen können. Wir verstehen es als ein offenes Angebot und laden zur Mitarbeit ein (siehe Kontakt).

Wir bemühen uns im Team um ein einheitliches Layout der einzelnen Seiten, wollen aber die Texte weder in der Länge noch im Duktus anpassen. Sie werden von den einzelnen Autoren verantwortet. Die Fotos stammen vom Redaktionsteam, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Meerbusch, im Januar 2012
Redaktionsteam:

 Arno Mair-Grüneklee · Norbert Laufer . Dr. Margot Klütsch · Falk Neefken · Ludwig Petry · Wolfgang Stoffel