Gnadenkapelle Niederdonk

Geschrieben von Ludwig Petry am .

 

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Die Kapelle „Maria in der Not“ in Niederdonk gehört zur Kath. Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist. Sie ist das älteste erhaltene Kirchengebäude im Ortsteil Büderich. Seit Jahrhunderten wird die Kapelle regelmäßig von tausenden Menschen besucht. Wie kommt es zu dieser großen Anziehungskraft?  

 

Mit einer Urkunde von 1677 ist belegt, dass der damalige Besitzer Wolfgang Günther von Norprath vom Kölner Erzbischof eine Erlaubnis zur Erweiterung der Kapelle Maria in der Not erwirkte, die der mündlichen Überlieferung zufolge etwa um 1542 von seinen Vorfahren erbaut worden war, jedoch nur die Größe des heutigen Chorraums hatte.

Schon in dieser Urkunde wird das „wundertätige Bildnis“erwähnt, das sich in der Kapelle befindet. Um die Andacht zur „schmerzhaften Mutter“ zu fördern und Wallfahrtsprozessionen anzuregen, vergab der Erzbischof einige Privilegien an die Familie von Norprath: es durfte jeden Tag Messe gefeiert und das Allerheiligste in der Kapelle aufbewahrt werden, alljährlich durfte ein Pferde- und Jahrmarkt abgehalten werden.

Nachdem die Kapelle 1718 in den Besitz von Kloster Meer gelangt war, wurde sie nach Auflösung des Klosters 1802 der Pfarre St. Mauritius unterstellt. 1839 wurde Maria in der Not gründlich renoviert und erneut vergrößert. Es entstand ein einschiffiger barocker Bau mit flacher Decke, einem geschweiften Giebel und einem Dachreiter auf dem Chörchen. B Niederd.Kapelle innen

1907 erfuhr die Kapelle eine erhebliche Umgestaltung und Vergrößerung, das Langhaus wurde verbreitert und verlängert, die Decke überwölbt, es entstand ein Portalvorbau und hinter dem Chor wurde eine Sakristei angebaut.

 Ihre heutige Gestalt erhielt die Kapelle durch Umbauten in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. 1963/64 wurde die hintere Sakristei abgebrochen und durch einen Neubau an der Nordwand ersetzt, das Langhaus wurde durch ein Joch verlängert und der geschwungene Westgiebel durch ein Walmdach ersetzt. 1968 brach man die Apsisfenster auf und füllte sie mit den Entwürfen des bekannten Glasmalers Wilhelm Geyer aus Ulm (1900-1968). www.glasmalerei-ev.net

Die bislang letzte Renovierung erfolgte 2004/2005. Hierbei wurde die Betonbrüstung der Empore beseitigt, um einer Orgel Platz zu machen. 

Neben der idyllischen Lage im Grünen zwischen Feldern und Wiesen übt die größte Anziehungskraft in der Kapelle wohl das „wundertätige Bildnis“, das Gnadenbild aus.  Wann immer man die Kapelle betritt, ist es erhellt von vielen brennenden Kerzen. Die Tatsache, dass seit ca. 500 Jahren eine solche Pietà-Darstellung in Niederdonk verehrt wird, zeigt, wie sehr Menschen traditionelle, „heilige“ Orte brauchen, an denen sie beten, trauern, Kraft schöpfen können.

Einen besonderen Höhepunkt des religiösen Lebens von Büderich bildet die Niederdonker Festoktav jedes Jahr um den 8. September herum (Mariä Geburt). Morgendliche Pilgermessen, Kreuzwegandachten, Betrachtungen der sieben Schmerzen Mariens an den Nachmittagen, abends Predigten des für die Festwoche geladenen Gastpredigers mit anschließender feierlicher Lichterprozession, bei der das Gnadenbild auf dem Kreuzweg um den Dyckhof getragen wird, locken jedes Jahr einige tausend Besucher von nah und fern an. Die lokale Presse informiert regelmäßig darüber in Text und Bild.

Link zum Internetauftritt der  Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist: www.smhg.de

Mehr zur Niederdonker Kapelle als Denkmal finden Sie in der Denkmalgalerie Meerbusch.

Literatur:

Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist (Hrsg.), Maria in der Not. Kapelle Niederdonk, 2. Auflage 2007