Kirchen in Büderich

Alter Kirchturm

Geschrieben von Ludwig Petry

    Alter Kirchturm                                                                                                                                                                                                                                       

Stadtteile Bued.Alter Kirchturm

 

 

 

 

 

 

 

 

Die wechselvolle Geschichte der ersten Büdericher Kirche  St. Mauritius reicht bis an den Anfang des 13. Jahrhunderts zurück. 1542 wurde die Kirche  fast völlig zerstört und danach wieder aufgebaut. 1837 musste das Langhaus wegen Einsturzgefahrt durch ein neues ersetzt werden. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juli 1891 brannte die Kirche bis auf den Turm vollständig ab.Der Standort für die neue St. Mauritius-Kirche (1893) wurde von der Mitte der Dorfstraße entsprechend der Siedlungsentwicklung an eine verkehrsgünstigere Stelle (heute Kreuzung Dorfstraße/Düsseldorfer Straße) verlegt.Der alte romanische Kirchturm blieb jedoch erhalten.


Ab 1910 diente der Kirchturm als Transformationsstation. Erste Überlegungen, dort eine Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkrieges einzurichten, gab es bereits 1922.  Doch erst in den fünfziger Jahren wurde die Idee, jetzt für beide Weltkriege, verwirklicht. Im Kulturausschuss äußerte man am 19.10.1953 die Vorstellung von einer „Kriegergedächtniskapelle innerhalb des Kirchturms". "Die Gemeinde Büderich schrieb dann allerdings keinen Wettbewerb aus, sondern trat in Kontakt mit vier Künstlern: Ewald Mataré, Wilhelm Hanebal, Ivo Beucker und Joseph Beuys. Man entschied sich für den Vorschlag des damals noch unbekannten jungen Beuys und erteilte ihm am 13.11.1957 endgültig den Auftrag zur künstlerischen Ausgestaltung des Alten Kirchturms. Das Mahnmal wurde am 10. Mai 1959 feierlich eingeweiht. Den Auftrag, die Namen der Büdericher Gefallenen in die Holztüre einzuschnitzen, bekam Beuys erst im Oktober 1959. Er führte diese Arbeit im Dezember 1959 aus." (Klütsch, S.42)


„Beuys begriff den Turm dabei nicht als Rahmen seiner künstlerischen Arbeit, sondern als Bestandteil einer architektonich-skulpturalen Gesamtinszenierung, in die der Betrachter eintreten können sollte." (Becker-Huberti, S. 72). Von Beuys stammen die schwebende Figur in Form eines Kreuzes im Innern, das er selbst als "Auferstehungssymbol" bezeichnete, und das Eichentor mit den eingekerbten Namen der 222  Büdericher Kriegsopfer. Beide Arbeiten schuf der Künstler in seinem Atelier in Kleve. "Das Auferstehungssymbol wird zum Kraftzentrum, das den Tod überwindet. Es bildet den "Gegenpol" zum Todessymbol des Tors." (Klütsch, S. 44)

Der 4-geschossige Kirchturm aus Tuffstein zeigt romanische  Rundbogen, einen Arkadenfries und Doppelarkadenfenster. Er ist ein Zeugnis des Kirchenbaus im 12./13. Jahrhundert und markiert den alten Ortskern von Büderich.

Zur Eröffnung der Meerbuscher Kirchennacht am 21.08.2009 wurde an des 50jährigen Bestehens des Mahnmals gedacht. Aus diesem Anlass wurde auch "Eine kleine Auswahl von Archivalien aus dem Bestand der Stadt Meerbusch" herausgegeben. Im Festvortrag wies der Direktor des Museums Kurhaus Kleve, Dr. Guido de Werd, auf die Besonderheit der Arbeit von Beuys hin: Schaffung des "Auferstehungssymbols", das Kreuz und Körper verbindet und uns hilft, mit dem Tod zu leben. Im Inneren des Turms entsteht die Leere einer "Zelle". Beuys hatte den Denkmalpflegern abgerungen, keine Zwischendecke einziehen zu müssen. Und so entstand ein "Schacht", in den von oben Licht fällt. Die Feierstunde fand auch in der Lokalpresse starke Beachtung.

Bundesweit aufmerksam auf das von Beuys gestaltete Mahnmal machte 2010 anlässlich der Beuys-Ausstellung "Parallelprozesse" in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Wochenzeitung DIE ZEIT (Ausgabe Nr. 38 vom 16. September 2010): Es handele sich bei dem Ehren- und Mahnmal in Meerbusch-Büderich um die "einzige öffentlich zugängliche Skulptur des Jahrhundertkünstlers".

Seit 1981 steht der" Alte Kirchturm" unter Denkmalschutz (Denkmalgalerie).

Literatur:

Becker-Huberti, Manfred (Hrsg.): Neusser Kirchen. Köln 2006, S. 72.

Emsbach, Karl/Tauch, Max:  Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss, Köln 1986, S. 136 f.

Klütsch,Margot: Meerbuscher Kunstwege. Kunstwerke und Denkmäler im Stadtbild. Düsseldorf 2010 (mit weiterer Literatur).

Stadt Meerbusch (Hrsg.): 50 Jahre Mahnmal Alter Kirchturm Büderich  im Rahmen der Meerbuscher Kirchennacht 2009. Eine kleine Auswahl von Archivalien aus dem Bestand der Stadt Meerbusch. Meerbusch 2009 (maschinenschriftliches Manuskript).

 

 

Christuskirche

Geschrieben von Falk Neefken

Geschrieben von Falk Neefken
letzte Bearbeitung:01.01.2018

Die aktuellsten Informationen zur "Evangelischen Kirchengemeinde Büderich" mit den beiden Gemeindebezirken Bethlehemkirche und Christuskirche finden Sie hier. 

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Die 1964 eingeweihte und oft als besonderes architektonisches Kunstwerk gewürdigte Christuskirche wurde nach den Plänen der Architekten Wolf und Reimar Kirchhoff erbaut. Ungewöhnlich ist ihre äußere Form, die ihr im Volksmund den Namen „Eierkirche" gab. Die Kirche ist aus Beton in hyperbolischer Form als an drei Ecken senkrecht beschnittene Schale errichtet, gleichsam eine Höhle, in der sich die Gemeinde geborgen in ihrem Urvertrauen auf Gott sammelt.

Weiterlesen: Christuskirche

Bethlehemkirche

Geschrieben von Falk Neefken

geschrieben von Falk Neefken, mit Ergänzungen von Dr. Margot Klütsch


 Die aktuellsten Informationen zur "Evangelischen Gemeinde Büderich" mit der "Bethlehemkirche" und der "Chirstuskirche" finden Sie hier. 

dsc 9877Als zweite der nach dem 2. Weltkrieg gewachsenen evangelischen Gemeinden im Gebiet der heutigen Stadt Meerbusch weihte Büderich binnen zweier Jahre zwei Sakralbauten ein, die Christus- und die Bethlehemkirche. Beide sind besonders einprägsame Zeichen sowohl des protestantischen Kirchbaus der Nachkriegszeit als auch des neuen Selbstbewusstseins der Evangelischen im Rheinland. Man baute, das Stadtbild beeinflussend und auf sich aufmerksam machend, im alten „Zentrum" Büderichs sowie in den neu entstandenen südlichen Wohngebieten.

>> zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich

Die Bethlehemkirche und das dazu gehörende Gemeindezentrum mit Pfarrhaus und Kindergarten, von Dipl. Architekt BDA Rainer Herbeck, Düsseldorf, entworfen, wurden 1965 eingeweiht. Der weiß gestrichene Bau mit Faltdach samt Kirchturm zog bis zur Bebauung der östlichen Seite der Moerser Straße den Blick der Passanten auf sich.

Weiterlesen: Bethlehemkirche

Gnadenkapelle Niederdonk

Geschrieben von Ludwig Petry

Die altuellen Informationen zur Niederdonker Kapelle "Maria in der Not" finden Sie auf der Homepage der Kath. Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist: hier

In der Nähe der Kapelle befindet sich der von dem Künstler Will Hanebal geschaffene "Kreuzweg rund um den Dyckhof", zu dem wir Sie zunächst einladen, bevor wir mit Ihnen auf die Geschichte der Kapelle eingehen und Sie mit in das Innere der "Gnadenkapelle" nehmen.

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Die Kapelle „Maria in der Not“ in Niederdonk gehört zur Kath. Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist. Sie ist das älteste erhaltene Kirchengebäude im Ortsteil Büderich. Seit Jahrhunderten wird die Kapelle regelmäßig von tausenden Menschen besucht. Wie kommt es zu dieser großen Anziehungskraft? Ein Video von Isabelle von Rundstedt im Gespräch mit Diakon Gerd Kremer zeigt dies am Beispiel der Kunstschätze im Innern der Kapelle.



Die folgende Darstellung basiert in weiten Teilen auf der Broschüre " Maria in der Not - Kapelle Niederdonk"  mit Beiträgen von Rudolf Dahm, Theo Garbas (Fotos), Gerd Höffmann, Karl-Heinz Pütz, Inge Sternemann und Johannes Maria Strauss.

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Mit einer Urkunde von 1677 ist belegt, dass der damalige Besitzer Wolfgang Günther von Norprath vom Kölner Erzbischof eine Erlaubnis zur Erweiterung der Kapelle Maria in der Not erwirkte, die der mündlichen Überlieferung zufolge etwa um 1542 von seinen Vorfahren erbaut worden war, jedoch nur die Größe des heutigen Chorraums hatte.

Schon in dieser Urkunde wird das „wundertätige Bildnis“erwähnt, das sich in der Kapelle befindet. Um die Andacht zur „schmerzhaften Mutter“ zu fördern und Wallfahrtsprozessionen anzuregen, vergab der Erzbischof einige Privilegien an die Familie von Norprath: es durfte jeden Tag Messe gefeiert und das Allerheiligste in der Kapelle aufbewahrt werden, alljährlich durfte ein Pferde- und Jahrmarkt abgehalten werden.

Nachdem die Kapelle 1718 in den Besitz von Kloster Meer gelangt war, wurde sie nach Auflösung des Klosters 1802 der Pfarre St. Mauritius unterstellt. 1839 wurde Maria in der Not gründlich renoviert und erneut vergrößert. Es entstand ein einschiffiger barocker Bau mit flacher Decke, einem geschweiften Giebel und einem Dachreiter auf dem Chörchen. B Niederd.Kapelle innen

1907 erfuhr die Kapelle eine erhebliche Umgestaltung und Vergrößerung, das Langhaus wurde verbreitert und verlängert, die Decke überwölbt, es entstand ein Portalvorbau und hinter dem Chor wurde eine Sakristei angebaut.

 Ihre heutige Gestalt erhielt die Kapelle durch Umbauten in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. 1963/64 wurde die hintere Sakristei abgebrochen und durch einen Neubau an der Nordwand ersetzt, das Langhaus wurde durch ein Joch verlängert und der geschwungene Westgiebel durch ein Walmdach ersetzt. 1968 brach man die Apsisfenster auf und füllte sie mit den Entwürfen des bekannten Glasmalers Wilhelm Geyer aus Ulm (1900-1968). www.glasmalerei-ev.net

Die bislang letzte Renovierung erfolgte 2004/2005. Hierbei wurde die Betonbrüstung der Empore beseitigt, um einer Orgel Platz zu machen. 

Neben der idyllischen Lage im Grünen zwischen Feldern und Wiesen übt die größte Anziehungskraft in der Kapelle wohl das „wundertätige Bildnis“, das Gnadenbild aus.  Wann immer man die Kapelle betritt, ist es erhellt von vielen brennenden Kerzen. Die Tatsache, dass seit ca. 500 Jahren eine solche Pietà-Darstellung in Niederdonk verehrt wird, zeigt, wie sehr Menschen traditionelle, „heilige“ Orte brauchen, an denen sie beten, trauern, Kraft schöpfen können.

Einen besonderen Höhepunkt des religiösen Lebens von Büderich bildet die Niederdonker Festoktav jedes Jahr um den 8. September herum (Mariä Geburt). Morgendliche Pilgermessen, Kreuzwegandachten, Betrachtungen der sieben Schmerzen Mariens an den Nachmittagen, abends Predigten des für die Festwoche geladenen Gastpredigers mit anschließender feierlicher Lichterprozession, bei der das Gnadenbild auf dem Kreuzweg um den Dyckhof getragen wird, locken jedes Jahr einige tausend Besucher von nah und fern an. Die lokale Presse informiert regelmäßig darüber in Text und Bild.

 

Literatur:

Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist (Hrsg.): Maria in der Not - Kapelle Niederdank (Broschüre), 2. Auflage 2007 mit Beiträgen von Rudolf Dahm, Theo Garbas (Fotos), Gerd Höffmann, Karl-Heinz PÜtz, Inge Sternemann und Johannes Maria Strauss

Link zum Internetauftritt der  Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist: www.smhg.de

Link zum Video: Niederdonker Kapelle " Maria in der Not"

Link zu den Kirchenfenstern: Kirchenfenster in der Niederdonker Kapelle

Mehr zur Niederdonker Kapelle als Denkmal finden Sie in der Denkmalgalerie Meerbusch.

Literatur:

Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist (Hrsg.), Maria in der Not. Kapelle Niederdonk, 2. Auflage 2007

 

 

Heilig Geist Kirche

Geschrieben von Ludwig Petry

Die aktuellen Informationen über die Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist finden Sie  hier

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Die Kirche Heilig Geist  gehört zur  Kath. Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist.  Sie wurde im Rahmen der Bevölkerungsentwicklung und Ausdehnung von Büderich nach dem Zweiten Weltkrieg in Richtung Süden in den Jahren 1966-68 gebaut. Der Entwicklung der Böhler-Werke und der Böhlersiedlung sowie dem Zuzug von Neubürgern, insbesondere Flüchtlingen, wurde Rechnung getragen. Der Auftrag zum Neubau ging nach einem Wettbewerb der katholischen Kirchengemeinde St. Mauritius an die Architekten Arnold Boms und Rudolf Dahm. Diese berücksichtigten die Liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), das die „volle, bewusste und tätige Teilnahme aller Gläubigen“ wünschte. Sie wählten  für den Kirchengrundriss die Form von zwei ineinandergelegten Quadraten, die die zentrale Stellung des Altars im Mittelpunkt betonen sollten.  Der Altar wurde so weit in den Raum gerückt, dass das Kirchenvolk um ihn herumgehen konnte und dass von nun an „zum Volk hin zelebriert“ wurde.



Die Seitenschiffe mit ihren zum Hauptraum hin offenen Altären bilden aufgrund des niedrigeren Umgangs Räume der privaten Andacht.

Dem von der Straße zurückgesetzten kubischen Baukörper, der sich im Übrigen in das umliegende Wohngebiet einpasst, ist ein Rasenplatz mit Rosenbeetumrandung einem gedeckten Umgang vorgelagert. Das erinnert an das „Paradies“ und an den klösterlichen Kreuzgang früherer sakraler Architektur. Nach Norden schließen sich das Pfarrzentrum und nach Süden das Pfarr- und Küsterhaus an.

Unter dem Kirchenraum befindet sich ein 1000 m² großer Untergeschossraum, der außer als Lagerraum auch für handwerkliche und kreative Tätigkeiten genutzt wird.

Entsprechend der Architektur der Moderne wird neben Ziegelsteinen und Waschbeton (außen),   Stahl und Sichtbeton  innen und außen  verwandt. Verglaste Oberlichtbänder erhellen den Hauptraum sowie die Seitenschiffe. Im Zusammenhang mit der Öffnung zur Welt entstehen Räume mit einer Nutzungsvielfalt. Da gespart werden musste, konnte jedoch der ursprünglich vorgesehene Turm mit einem Geläut nicht errichtet werden.

Die Kirche Heilig Geist gehört heute zur katholischen Pfarrgemeinde  „St. Mauritius und Heilig Geist“ des Erzbistums Köln. 2004 hatte Erzbischof Kardinal Meisner mit dem Projekt „Zukunft heute“ angesichts mehrerer Probleme (Rückgang der Kirchenmitglieder, der Kirchensteuer und der Anzahl der Seelsorger) auch in Meerbusch-Büderich eine Neuordnung der Gemeindestruktur veranlasst. Die bis dahin getrennten Gemeinden St. Mauritius und Heilig Geist wurden zum 1. Januar 2006 zu der o.g. neuen Pfarrgemeinde zusammengelegt.

Link zum Internetauftritt der Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist: www.smhg.de

Link zu den Kirchenfenstern: Kirchenfenster der Heilig Geist Kirche

Literatur:

Becker-Huberti, Manfred (Hrsg.): Neusser Kirchen. Köln 2006, S. 70-71

St. Mauritius

Geschrieben von Ludwig Petry

Die aktuellsten Informationen zur Katholichen Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist finden Sie hier.

Das Kulturzentrum "Altes Küsterhaus" wird in der Form einer eigenen Galerie geführt mit Informationen zum Literatur-, Musik-, Kunst- und Kulturprogramm (u.a. mit einem Video "Kreuzweg rund um den Dyckhof"). 

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Die neugotische Kirche St. Mauritius ist die Pfarrkirche der Kath. Kirchengemeinde  St. Mauritius und Heilig Geist  in Meerbusch-Büderich, einer Kirchengemeinde des Erzbistums Köln. Zu dieser gehört auch die Wallfahrtskapelle „Maria in der Not“ im Büdericher Ortsteil Niederdonk. 

Das Gemeindeleben beinhaltet ein reichhaltiges kulturelles Leben mit Kirchenmusik, Konzerten sowie Wallfahrten. Die Gemeinde verfügt über eine Bücherei sowie einen „Eine-Welt-Laden“ und pflegt engen Kontakt zur St. Sebastian-Schützenbruderschaft Büderich e.V. sowie zur St. Matthias-Bruderschaft Büderich.

Die Kirche bietet im Innern neben modernen Fenstern der Künstler Pitt van Treeck aus den 40er und Erwin Hentrich aus den 50er Jahren (s. Link)  historische und künstlerische Figuren, Gemälde, Kreuze und Leuchter, insbesondere Arbeiten zum Kirchenpatron Mauritius   und zur Seligen Hildegundis von Meer.



Zum Areal der Kirche gehören das Alte Küsterhaus, heute ein Kulturzentrum,  sowie der Platz vor dem Pastorat mit der Kaplanei und der Mauer zwischen beiden.  Dieser Außenbereich wird zugleich für "Kunst im öffentlichen Raum" genutzt.

Die Vorgängerkirche in der Dorfstraße brannte 1891 ab. Von ihr ist nur noch der unter Denkmalschutz stehende  Alte Kirchturm  als Mahnmal mit Arbeiten von Joseph  Beuys erhalten. Die neue, mehr im Büdericher Zentrum gelegene Kirche (Ecke Düsseldorfer Straße/Dorfstraße) wurde in "Rekordzeit" errichtet und bereits am 24. Oktober 1893 eingeweiht. Der Heimatforscher Mike Kunze erinnerte daran (s. Literatur). 

Die zweite Patronin der Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist ist die selige Hildegundis von Meer, die Klostergründerin aus dem 12. Jahrhundert. In ökomenischen Gottesdiensten wird an die Klosterzeit und an die Schlosszeit von Haus Meer erinnert. In ihr gab die Familie von der Leyen den noch wenigen evangelischen Christen in Büderich, die noch kein eigenes Gotteshaus hatten, Räumlichkeiten für ihren Gottesdienst.

Zum festen Bestandteil des religiösen Lebens gehören Prozessionen (z.B. an Fronleichnam) und Wallfahrten. Um Mariä Himmelfahrt (15.August) feiert die Gemeinde auf einem Niederdonker Bauernhof eine "Kräutermesse". In ihr werden mitgebrachte Blumen, Gewürz- und Heilkräuter gesegnet. Diese traditionelle Kräutermesse soll anzeigen, dass Gott am Heil und der Gesundheit des Menschen gelegen ist.

Link zum Internetauftritt der Kath. Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilige Geist: www.smhg.de

Link zu den Kirchenfenstern der Kirche St. Mauritius: Kirchenfenster

Literatur:

Hellmich,Klaus:  Büdericher Geschichts- und Kulturspaziergang, Meerbusch 2006, S. 6-15

Dohms,Peter: Die selige Hildegunde als Symbolfigur der Stadt Meerbusch, Meerbusch 2002

Emsbach,Karl/Tauch,Max:  Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss, Köln 1986 (St. Mauritius, Turm der alten kath. Pfarrkirche, S. 136-137)

Horstkötter, Ludger: Die selige Hildegunde, Stifterin des Klosters Meer in Meerbusch (ca. 1110/15 -  ca. 1186). Ihr Leben und ihr Nachleben bis heute, in: Meerbuscher Geschichtshefte, Heft 24 (2007),  Seite 75-101, mit 10 Abbildungen

Kunze, Mike: St. Mauritius: Gebaut vor 125 Jahren, in: Rheinische Post vom 19.4.2018